Maurice trägt den gesamten Prestige eines antiken Offiziers in sich: Das lateinische Mauritius bezeichnete „den Mauren“, den Mann aus Mauretanien mit dunkler Hautfarbe. Es ist der Name des heiligen Mauritius von Agaune, dieses Anführers der thebäischen Legion, der in den Alpen gemartert wurde, dessen Kult die gesamte alpine Region prägte und einer im Wallis gegründeten Abtei den Namen gab, die um 515 entstand und eines der ältesten noch aktiven Klöster des Abendlandes ist.
Der Spitzenname der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Maurice, verströmt den Duft Frankreichs der Guinguettas, des Music-Halls und der Großväter in Weste – jenes Frankreichs von Maurice Chevalier und seinem Zylinder. Er hat lange geschlafen, als „Opa-Name“ eingestuft.
Doch nun: Maurice gehört zu jenen Retro-Namen, die wieder in Mode kommen, getragen von der Mode des selbstbewusst ausgelebten Vintage-Stils. Warmherzig, schelmisch, ein wenig bissig, evoziert er heute eine beruhigende Freundlichkeit und einen eher schick wirkenden, antiquierten Charme. Man stellt sich ihn als Lebenskünstler vor, treu in der Freundschaft, mit immer einer guten Geschichte parat.
Maurice ist die Definition eines Pfeilers. Wo andere sich aufregen, nimmt er sich Zeit: ruhige Energie, gemessenes Tempo, er hat nichts zu beweisen und tut es mit Stil. Seine Stabilität ist legendär – ein Fels, eine sichere Bank, die Art Mann, auf den man zwanzig Jahre lang mit geschlossenen Augen zählen kann. Seine Loyalität grenzt an das Heilige: Maurice lässt seine Leute niemals im Stich.
Aber man täusche sich nicht: Unter der Vintage-Weste verbirgt sich ein echter Scherzkeks. Sein Humor ist seine geheime Waffe, eine Chevalier-artige Grobheit, dieses schräge Lächeln, das Dramen entschärft und im Gespräch trifft. Er braucht nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen – im Gegenteil, er meidet die Scheinwerfer – aber sobald er den Mund aufmacht, lauscht man.
Wenig ambitioniert im karrieristischen Sinne des Wortes, misst Maurice Erfolg anders: an der Qualität einer guten Mahlzeit, an der Treue seiner Freundschaften, an der Schönheit eines Ravel-Stücks. Ein geborener Diplomat, beschwichtigt er Spannungen mit einem gut platzierten Wort und hasst unnötige Konflikte.
Sein Erbe – ein römischer Märtyrer-Offizier, aber auch ein ganzes Music-Hall der Vergangenheit – verleiht ihm diese doppelte Aura: die Festigkeit des Soldaten und die Zärtlichkeit des Lebenskünstlers. Heute, da der Name wieder aufkommt, entdeckt man diesen antiquierten und warmherzigen Charme neu. Ein Maurice ist wie ein Kaminfeuer: Es macht keinen Lärm, aber es wärmt die ganze Familie.
Ein spielerisches Porträt — mit einem Augenzwinkern zu lesen.
Maurice, geboren aus der braunen und sonnigen Erde Mauretaniens, mag keine Halbsachen. In der Liebe ist er eine irdische Kraft, sinnlich und direkt. Er flüstert nicht, er schärft. Seine Anziehungskraft beruht nicht auf Zierrat, sondern auf physischer Präsenz, dieser bräunlichen Hautfarbe, die die Wärme der Sonne und die Tiefe alter Länder evoziert. Er zieht Seelen an, die nach Verankerung suchen, nach der rohen Wahrheit eines Blicks, der nicht ausweicht. Maurice spielt nicht Verstecken; er legt seine Karten auf, schwer von Verlangen und Stabilität.
Was ihn langweilt, ist das Künstliche, das Oberflächliche, kindische Machtspiele. Er stirbt vor Langeweile angesichts der Leichtigkeit ohne Substanz. Er sucht eine Partnerin, die die Nacht, den Schatten und die authentische Leidenschaft wagt. Für ihn bedeutet lieben, den gegenwärtigen Moment mit einer seltenen Intensität zu besitzen. Er bietet eine bodenständige, robuste und unerschütterliche Leidenschaft, wo andere Seifenblasen anbieten. Er will das Reale, das Warme, das Menschliche in seiner schönsten und rohesten Ausdrucksform.
Aus dem Lateinischen Mauritius, abgeleitet von Maurus, „der Maure“, der ursprünglich einen Bewohner der Mauretanien mit dunkler Hautfarbe bezeichnete.
Ein römischer Offizier und Anführer der thebäischen Legion, der um 300 im Wallis mit seinen Männern für seinen Glauben gemartert wurde; Schutzpatron der Soldaten.
Am 22. September, dem Tag des heiligen Mauritius von Agaune.
Lange als retro wahrgenommen, profitiert er heute vom großen Comeback der Vintage-Namen und erobert wieder die jungen Eltern.
Ja: Die Insel wurde zu Ehren von Maurice de Nassau, Prinz der Vereinigten Provinzen, benannt, dessen Vorname von derselben Wurzel stammt.
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